Outfits für die Künstlerinnen-Barbie :: Yaoyi Kusama


Yaoyi Kusama (*1929)

Kusama hat nah eigener Aussage schon als Kind gewusst, dass sie einmal eine weltberühmte Künstlerin würde.
Dabei war der Weg dahin nicht ganz ohne Hindernisse. Sie spürt, dass sie ihr Vorstellung vom Künstlerinnensein im Japan der 1950er Jahre nicht entfalten kann. Deswegen setzt sie alles daran, in die USA übersiedeln zu können. Dazu nimmt sie Kontakt mit der einen us-amerikanischen Künstlerin auf, deren Werke sie kennt und schätzt: Georgia O'Keefe. Und wirklich setzt sich O'Keefe für die junge Kusama ein und ein Referenzschreiben ermöglicht die Einreise.

Zwar begegnet sie O'Keefe nicht, die zu dieser Zeit bereits in New Mexiko lebt, doch wird Kusama Teil der schillernden New Yorker Kunstszene und macht sich mit spektakulären Installationen und Happenings – in den 1960ern auch mit provokanten Aktionen im Zusammenhang mit der Protestbewegung gegen den Vietnam-Krieg – einen Namen, bevor sie in den 1970er Jahren nach Japan zurückkehrt.

Ich finde es wichtig, dass sie selbst ihre Akkumulationen von phallischen Soft-sculpture-Objekten nicht auf vermeintliche sexuelle Obsessionen zurückführt, sondern vielmehr auf eine Angst vor Masse, vor Massenproduktion jeglicher Art insbesondere auch von Nahrungsmitteln. Eine ihrer Galerieinstallationen in den später 1950ern basiert beispielsweise auf einer bestimmten massenproduzierten Nudelsorte, mit einem kleinen Loch, die sie in großen Mengen in der ganzen Galerie verteilt. Sie beschreibt diese Installation in ihrer Autobiografie und erinnert sich leicht schelmisch daran, wie die Besucherinnen der Vernissage mit ihren Stöckelschuhen in den Nudeln stecken blieben.

Literatur:

Yayoi Kusama
Infinity Net: The Autobiography of Yayoi Kusama
2012